Kardiales MRT bei angeborenen Herzfehlern

Neue Bildgebungs-Biomarker

Bei komplexen Herzfehlern wie z.B. der Ebstein’schen Anomalie der Trikuspidalklappe untersuchen wir mit klassischen volumetrischen Verfahren die Verbindung zwischen kardialer Funktion der Ventrikel und Vorhöfe in der MRT Bildgebung und dem klinischem Status. Innovative Methoden der Bildanalyse wie das myokardiale Feature Tracking und die 4D-Volumetrie ermöglichen uns die Quantifizierung von Deformationsparametern wie Strain, Strain Rate, Dyssynchronie sowie der linksventrikulären „Wringebewegung“ (Torsion) als neue Parameter aus der Bildgebung mit möglicherweise prognostischem Wert bei der Beurteilung der Herzinsuffizienz.

https://www.kinderherzen.de/projekte/koerperliche-belastbarkeit/

Echtzeit-MRT

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Echtzeit MRT Bildgebung und deren klinische Anwendung. Mittels der von der Gruppe um Prof.  Martin Uecker (DZHK) und Prof. Jens Frahm (MPI für Biophysikalische Chemie in Göttingen) entwickelten radial unterabgetasteten und iterativ rekonstruierten „Real Time MRT“ Sequenzen können wir mit hoher zeitlicher Auflösung (ca. 40 ms) die kardiale Funktion bei Kindern narkosefrei und ohne Atemanhalt untersuchen. Zudem validieren wir diese Sequenzen bei pädiatrischen Patienten mit Herzrhythmusstörungen. Unter Einsatz der „Real Time MRT“ Sequenzen untersuchen wir die kardiale Funktion bei Patienten mit Fallot’scher Tetralogie unter ergometrischer Belastung im MRT Scanner.

MRT-basierte Herzkatheterinterventionen

Zudem führen wir, allerdings noch im experimentellen Stadium, real-time MRT gestützte Rechts- und Linksherzkatheter-Untersuchungen durch und untersuchen die entsprechenden MRT geeigneten Materialien hierfür. In einem BMBF-geförderten Projekt entwickeln wir mit verschiedenen Medizintechnikfirmen ein MRT-optimiertes Stent-System zur Behandlung von Gefäßengen (Stenosen) mit einer Gefäßstütze (Stent), die unter MRT-Führung mittels Herzkathetertechnik eingesetzt werden kann. Mittelfristig ist es unser Ziel, optimierte, dreidimensional orientierte und strahlungsfreie Interventionen für Patienten mit einem angeborenen Herzfehler im MRT zu ermöglichen.

Fetales kardiales MRT

Hat die Frauenärztin oder der Frauenarzt bei einem ungeborenen Kind den Verdacht auf einen angeborenen Herzfehler festgestellt, ist weitergehende Diagnostik nötig. Die Ultraschalluntersuchung des Herzens ist je nach Lage und Alter des Kindes jedoch nicht immer geeignet, den vermuteten Herzfehler bis in das letzte Detail zu erkennen. Für eine optimale Beratung und Planung der weiteren Behandlung Ihres Kindes sind alle vor der Geburt zu erhaltenden Informationen über den Herzfehler jedoch von entscheidener Bedeutung.

An der Universitätsmedizin Göttingen bieten wir Ihnen deshalb nun im Rahmen einer von der „Fördergemeinschaft Deutsche Kinderherzzentren e.V." geförderten Untersuchung die Möglichkeit an, das Herz Ihres ungeborenen Kindes mit der kürzlich entwickelten hochauflösenden Magnetresonanztomographie (fetales kardiales MRT) darzustellen.

https://www.kinderherzen.de/projekte/einblicke-ins-ungeborene-leben-vorgeburtliche-erkennung-von-herzfehlern/

Kooperationen:

  • Prof. Joachim Lotz, Prof. Christian Ritter, Prof. Dr. rer. nat. Martin Uecker, PD Dr. Wieland Staab, PD Dr. Jan Sohns, Dr. Martin Fasshauer Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, UMG
  • PD. Dr. Dr. Andreas Schuster, Prof. Dr. Christina Unterberg, Klinik für Kardiologie und Pneumologie, UMG
  • Prof. Dr. Jens Frahm, Bio NMR GmbH, MPI für Biophysikalische Chemie, Göttingen
  • Prof. Dr. Shelby Kutty, University of Nebraska, Children’s Hospital and Medical Center, Omaha, Nebraska, USA
  • Verschiedene Wissenschaftler der Division of Imaging Sciences and Biomedical Engineering, King’s College London, UK
Projektleiter

PD Dr. med. Michael Steinmetz

Kontaktinformationen

  • Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin
    Zusatzqualifikationen: Pädiatrische Kardiologie, Pädiatrische Intensivmedizin, EMAH-Kardiologie, Kardiovaskuläres MRT Level III (DGPK, SCMR)

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