Musiktherapie für Herzkinder und Frühchen

Ein Krankenhausaufenthalt ist ein einschneidendes Erlebnis für ein Kind und dessen Eltern. Früh- und Neugeborene sowie Kinder mit einer Herzerkrankung erhalten an der Universitätsmedizin Göttingen eine umfassende medizinische Versorgung. Der Aufenthalt ist dabei auch oft mit einer zeitweisen Trennung von den Bezugspersonen, mit physiologischer Instabilität oder Schmerzen verbunden. Je nach Schwere der Erkrankung und Dauer des Klinikaufenthalts kann sich so eine Erfahrung hemmend auf die Entwicklung ausüben – das Kind legt eine Entwicklungspause ein oder macht scheinbar Rückschritte.

Musiktherapeutin Angelika König arbeitet mit Tönen, Klängen und Rhythmen, wenn sie ihre kleinen Patient*innen besucht. Das Therapieangebot hilft vor allem Kindern, die mit einem schweren angeborenen Herzfehler auf die Welt gekommen sind. Sie verbringen oft Wochen und Monate in der Klinik. Die ungewohnten Geräusche wirken fremd und können anstrengend oder gar belastend für die Herzkinder sein.

Das musikalische Projekt bietet eine wohltuende Abwechslung im Klinikalltag. Durch den gezielten Einsatz der Musik wird auf unterschiedliche Weise eine therapeutische Wirkung erzielt: entweder passiv, indem eine einfache Melodie gesungen oder gesummt wird oder aktiv, indem Musikinstrumente wie Glöckchen oder Klangstäbe mit einbezogen werden. Das weckt die Aufmerksamkeit der Kinder, animiert zum Mitmachen und wirkt sich positiv auf den Gemütszustand aus.

Finanziert wird das Therapieangebot von kinderherzen – Fördergemeinschaft Deutsche Kinderherzzentren e.V. aus Bonn. Der gemeinnützige und spendenfinanzierte Verein wird nicht selten dort aktiv, wo das Budget von Kliniken und Staat endet. Herzkindern und ihren Familien werden dadurch eine schonendere und schmerzfreiere Behandlung oder eine umfassende Therapie ermöglicht. Für Jörg Gattenlöhner, Geschäftsführer von kinderherzen sollten solche Angebote in allen Deutschen Kinderherzzentren etabliert werden: „Wenn ich sehe, was die Musiktherapie bewirkt, wünsche ich mir ein flächendeckendes Angebot in ganz Deutschland. Wir werden uns dafür einsetzen!“, so Gattenlöhner.

Musiktherapeutin

Angelika König

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