Angehörige jederzeit willkommen: UMG-Intensivstation erstmals zertifiziert

Die fachübergreifende Intensivstation 1026 der Klinik für Kardiologie und Pneumologie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) ist als „Angehörigenfreundliche Intensivstation – Bezugspersonen jederzeit willkommen“ zertifiziert worden. Verliehen wurde das Zertifikat von der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e. V. (DGF). Damit ist die Station die erste Intensivstation innerhalb der UMG, die diese Auszeichnung trägt. Die Zertifizierung bestätigt, dass auf der Station pflegewissenschaftliche Erkenntnisse zur Bedeutung von Angehörigen in die Versorgung integriert werden. Angehörige werden nicht nur als Besuchende verstanden, sondern als fester Bestandteil des therapeutischen Konzepts.
„Wir wissen, wie wichtig vertraute Stimmen, Nähe und emotionale Unterstützung für schwerkranke Menschen sind“, sagt Ingrid Leiß, Stationsleitung der Intensivstation 1026. „Dass unsere Station nun zertifiziert wurde, ist vor allem dem großen Engagement des gesamten Teams zu verdanken und ein starkes Zeichen für mehr Menschlichkeit auf der Intensivstation.“
Pflegewissenschaftlich fundierte Kriterien
Das Zertifikat „Angehörigenfreundliche Intensivstation“ wurde ursprünglich vom Pflege e. V. initiiert und wird seit Januar 2024 von der DGF weitergeführt und weiterentwickelt. Voraussetzung für die Zertifizierung ist die Erfüllung festgelegter Kriterien sowie der Nachweis von mindestens 30 Punkten aus einem umfangreichen Kriterienkatalog. Verpflichtend sind variable Besuchsregelungen sowie ein Wartebereich für Angehörige in unmittelbarer Nähe zur Intensivstation.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der aktiven Einbindung von Angehörigen durch verständliche Informationsangebote, feste Ansprechpartner*innen und unterstützende Angebote im Umgang mit der emotionalen Ausnahmesituation auf der Intensivstation. Auch der vorbereitete Besuch von Kindern ist Teil des Kriterienkatalogs.
In die Bewertung fließen zudem Fort- und Bildungsangebote für das interprofessionelle Behandlungsteam sowie Anforderungen an die räumliche und organisatorische Ausstattung ein, etwa Rückzugsmöglichkeiten für Gespräche.
Auf der Intensivstation 1026 werden Angehörige regelmäßig informiert, in Entscheidungen einbezogen und bei Bedarf intensiv begleitet. „Unser Ziel ist es, Orientierung zu geben, Ängste zu reduzieren und ein gemeinsames Verständnis für medizinische und pflegerische Maßnahmen zu schaffen. Auf Wunsch können Angehörige unter unserer Anleitung auch in einzelne pflegerische Tätigkeiten einbezogen werden“, sagt Leiß.
Hochspezialisierte Versorgung rund um die Uhr
Auf der Station 1026 werden Patient*innen mit schweren, teils lebensbedrohlichen Erkrankungen behandelt, die rund um die Uhr intensivmedizinisch überwacht und versorgt werden müssen – zum Beispiel nach einem Herzstillstand, bei schweren Herzrhythmusstörungen oder nach besonders komplexen Eingriffen. Die Station verfügt über zehn intensivmedizinische Behandlungsplätze mit moderner medizintechnischer Ausstattung. Dazu zählen verschiedene Verfahren zur Unterstützung der Atmung, Systeme zur Stabilisierung von Herz und Kreislauf sowie Dialyseverfahren bei akutem Nierenversagen. Die Versorgung erfolgt rund um die Uhr durch ein spezialisiertes interprofessionelles Team aus Pflegenden, Ärzt*innen und Therapeut*innen.
Ansprechpartnerin Fachbereich:
Ingrid Leiß, Pflege- und Pflegefunktionsdienst, Telefon 0551 / 39-62231, i.leiss(at)med.uni-goettingen.de
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