Führungswechsel am DZHK-Standort Niedersachsen: Prof. Constanze Schmidt übernimmt Standortsprecherschaft

Beim DZHK-Retreat in Göttingen standen innovative Forschungsansätze, die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die zukünftige strategische Ausrichtung der Herz-Kreislauf-Forschung im Mittelpunkt. Prof. Rabea Hinkel wechselt in den DZHK-Vorstand nach Berlin und übergibt die Standortsprecherschaft an Prof. Constanze Schmidt, Direktorin der Klinik für Kardiologie und Pneumologie der UMG.

Wissenschaftlicher Austausch, innovative Forschungskonzepte und ein bedeutender Wechsel in der wissenschaftlichen Leitung: Am 29. Oktober 2026 trafen sich Wissenschaftler*innen des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) zum diesjährigen Retreat des Partnerstandorts Niedersachsen in Göttingen. Ein besonderer Anlass war der Wechsel in der Standortsprecherschaft. Prof. Dr. Rabea Hinkel übergibt ihre bisherige Funktion als DZHK-Standortsprecherin, um künftig neue Aufgaben im DZHK-Vorstand in Berlin zu übernehmen. Ihre Nachfolge tritt Prof. Dr. Constanze Schmidt, Direktorin der Klinik für Kardiologie und Pneumologie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), an. Unterstützt wird sie künftig durch Priv.-Doz. Dr. Monika Sadlonova und Prof. Dr. Wolfram-Hubertus Zimmermann als stellvertretende Standortsprecher*innen.

Neue Impulse für die Herz-Kreislauf-Forschung in Niedersachsen
Der DZHK-Standort Niedersachsen vereint international ausgewiesene Expertise in der kardiovaskulären Grundlagenforschung, der translationalen Medizin und der klinischen Herz-Kreislauf-Forschung. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse möglichst effizient in neue diagnostische und therapeutische Ansätze für Patient*innen zu überführen.

„Ich freue mich sehr darauf, gemeinsam mit unseren Wissenschaftler*innen die erfolgreiche Entwicklung des DZHK-Standorts Niedersachsen fortzusetzen. Unser Standort verfügt über eine außergewöhnliche Breite wissenschaftlicher Kompetenzen – von molekularen und zellulären Mechanismen über innovative Krankheitsmodelle bis hin zur klinischen Anwendung. Diese Stärken wollen wir noch enger miteinander verknüpfen und insbesondere die Translation neuer Forschungsergebnisse in die Patient*innenversorgung weiter vorantreiben“, erklärt Prof. Schmidt. Zugleich würdigt sie das große Engagement ihrer Vorgängerin: „Rabea Hinkel hat die Entwicklung unseres DZHK-Standorts mit außerordentlichem Einsatz und großer wissenschaftlicher Weitsicht geprägt. Dafür gebührt ihr unser herzlicher Dank. Wir freuen uns sehr, dass sie ihre Expertise künftig auf nationaler Ebene im DZHK-Vorstand einbringen wird.“

Innovative Therapien, Künstliche Intelligenz und klinische Translation
Das wissenschaftliche Programm des Retreats spiegelte die große Bandbreite der Herz-Kreislauf-Forschung am Standort wider. Einen Höhepunkt bildete die Keynote von Prof. Dr. Holger Gerhardt vom Max-Delbrück-Centrum in Berlin, der unter dem Titel „Decoding Heart Failure – a Vascular Perspective“ neue Perspektiven auf die Rolle des Gefäßsystems bei der Entstehung von Herzinsuffizienz vorstellte. Weitere Schwerpunkte waren innovative zell- und gentherapeutische Ansätze zur Behandlung der Herzinsuffizienz, neue Strategien der Wirkstoffentwicklung, moderne quantitative Bildgebung sowie die Anwendung Künstlicher Intelligenz in der kardiovaskulären Diagnostik. Ein besonderer Fokus lag auf der Translation wissenschaftlicher Innovationen in frühe klinische Studien. Dabei wurden sowohl die Entwicklung neuer Therapieverfahren als auch die stärkere Einbindung von Patientinnen und Patienten in die klinische Forschung diskutiert. Auch die Bedeutung patient*innenberichteter Behandlungsergebnisse und individualisierter Studienkonzepte wurde hervorgehoben.

Nachwuchsförderung und interdisziplinäre Vernetzung
Neben den wissenschaftlichen Vorträgen bot eine Poster-Session des „Young DZHK“ insbesondere jungen Forschenden die Möglichkeit, ihre Projekte vorzustellen und mit erfahrenen Wissenschaftler*innen ins Gespräch zu kommen. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die standortübergreifende Vernetzung gehören zu den zentralen Anliegen der neuen Standortleitung.

„Wir möchten insbesondere jungen Wissenschaftler*innen ein attraktives Forschungsumfeld bieten, in dem innovative Ideen entstehen und interdisziplinäre Kooperationen wachsen können. Die enge Zusammenarbeit zwischen Grundlagenwissenschaft, klinischer Forschung und Patient*innenversorgung ist dabei eine unserer größten Stärken“, betont Prof. Schmidt.

Mit dem Führungswechsel und den beim Retreat diskutierten wissenschaftlichen Perspektiven stellt der DZHK-Standort Niedersachsen wichtige Weichen für die kommenden Jahre. Ziel bleibt es, die internationale Sichtbarkeit des Standorts weiter zu stärken und neue wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in innovative Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu überführen.

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