Deutsche Herzstiftung fördert Vorhofflimmerforschung mit 120.000 Euro

Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung. Es erhöht unter anderem das Risiko für Schlaganfälle und Herzschwäche. Zunehmend zeigt sich, dass Vorhofflimmern nicht allein eine elektrische Störung des Herzens ist. Vielmehr spielen komplexe Wechselwirkungen zwischen dem Stoffwechsel, strukturellen Veränderungen im Herzvorhof und der elektrischen Funktion der Herzmuskelzellen eine wichtige Rolle.
Genau hier setzt das geförderte Forschungsprojekt „Verlust kardiometabolischer Plastizität als Mechanismus der atrialen Arrhythmogenese“ an. Prof. Dr. Constanze Schmidt, Priv.-Doz. Dr. Felix Wiedmann und ihr Team untersuchen, wie Veränderungen des Stoffwechsels der Herzmuskelzellen deren Anpassungsfähigkeit beeinflussen und dadurch die elektrische Stabilität der Herzvorhöfe beeinträchtigen können. Ziel ist es, die Mechanismen, die zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Vorhofflimmern beitragen, besser zu verstehen und daraus langfristig neue Ansatzpunkte für eine gezieltere Behandlung abzuleiten.
„Wir möchten Vorhofflimmern nicht nur als elektrische Rhythmusstörung betrachten, sondern die komplexen Veränderungen verstehen, die bereits lange vor dem Auftreten der eigentlichen Arrhythmie im Vorhof entstehen können“, sagt Prof. Schmidt. „Die Förderung ermöglicht uns, insbesondere die Verbindung zwischen dem kardialen Stoffwechsel, der Anpassungsfähigkeit der Herzmuskelzellen und ihrer elektrischen Stabilität genauer zu untersuchen.“
Die Klinik für Kardiologie und Pneumologie der UMG verfügt über einen umfassenden klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkt auf dem Gebiet des Vorhofflimmerns und der atrialen Kardiomyopathie. In der klinischen Versorgung stehen moderne Mapping-Systeme zur detaillierten Darstellung der elektrischen Aktivität des Herzens sowie moderne Ablationstechniken zur Verfügung. Die Forschung reicht von molekularen und zellulären Mechanismen über die Funktion von Ionenkanälen und Stoffwechselveränderungen bis hin zur Entwicklung neuer pharmakologischer und interventioneller Therapieansätze.
Weitere Informationen zur Vorhofflimmern-Projektförderung der Deutschen Herzstiftung finden Sie auf der Website der Deutschen Herzstiftung. https://herzstiftung.de/herzforschung/forschungsprojekte/vorhofflimmern-projektfoerderung