Herzmedizin der Zukunft im Fokus

Wie sieht die Herzmedizin von morgen aus? Welche neuen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten verbessern bereits heute die Versorgung von Patient*innen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des 2. Perspektiv-Symposiums Göttinger Herzmedizin, das am 28. Oktober 2026 in der Aula am Wilhelmsplatz stattfand.
Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Constanze Schmidt, Direktorin der Klinik für Kardiologie und Pneumologie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), bot das Symposium erneut eine Plattform für den Austausch über aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, innovative Behandlungskonzepte und zukünftige Entwicklungen der Herzmedizin. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Prof. Schmidt. Im Mittelpunkt stand die moderne und individuell ausgerichtete Patientenversorgung mit ihrer zentralen Bedeutung.
Von der Rhythmuskontrolle bis zur personalisierten Herzmedizin
Das wissenschaftliche Programm spannte einen breiten Bogen über nahezu alle Bereiche der modernen Herzmedizin. Ein Schwerpunkt lag auf neuen Strategien zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen, insbesondere des Vorhofflimmerns. Dabei wurde deutlich, dass eine frühzeitige und individuell abgestimmte Rhythmuskontrolle zunehmend auch für die langfristige Prognose der Patient*innen an Bedeutung gewinnt. Weitere Vorträge widmeten sich den rasanten Fortschritten in der Herzinsuffizienztherapie, neuen interventionellen und chirurgischen Verfahren zur Behandlung von Herzklappenerkrankungen sowie innovativen Ansätzen in der kardiovaskulären Prävention. Auch die Behandlung von Kardiomyopathien und kardialer Amyloidose, bei denen neue Therapien zunehmend die Prognose verändern können, stand im Fokus. Besondere Aufmerksamkeit galt darüber hinaus der modernen Herzbildgebung, der Präzisionsdiagnostik und dem wachsenden Einfluss digitaler Technologien und Künstlicher Intelligenz auf den klinischen Alltag. Die Herzchirurgie präsentierte aktuelle Entwicklungen der minimalinvasiven Herzklappen- und Koronarchirurgie sowie moderne Verfahren der mechanischen Kreislaufunterstützung und Herztransplantation.
Herzmedizin 2030 – wohin entwickelt sich unser Fach?
„Die Herzmedizin befindet sich in einer außergewöhnlich dynamischen Entwicklungsphase. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse, innovative Technologien und zunehmend individualisierte Therapiekonzepte eröffnen uns Möglichkeiten, die vor wenigen Jahren noch kaum vorstellbar waren. Entscheidend ist, diese Fortschritte durch eine enge Zusammenarbeit aller Disziplinen möglichst rasch und verantwortungsvoll in die Patient*innenversorgung zu übertragen“, betont Prof. Schmidt.
Göttinger Herzmedizin: Gemeinsam die Zukunft gestalten
Neben den aktuellen wissenschaftlichen Entwicklungen bot das Symposium auch Einblicke in die zukünftige strategische Ausrichtung der Göttinger Herzmedizin. Im Mittelpunkt stehen die weitere Vernetzung von Kardiologie, Herzchirurgie und angrenzenden Fachdisziplinen, der Ausbau innovativer diagnostischer und therapeutischer Verfahren sowie die enge Verbindung von klinischer Versorgung und translationaler Forschung. Mit dem zweiten Perspektiv-Symposium wurde das im Jahr 2025 initiierte Veranstaltungsformat fortgeführt. Es soll auch künftig den interdisziplinären wissenschaftlichen Austausch fördern und neue Impulse für die Weiterentwicklung der Herzmedizin am Standort Göttingen setzen. Den Abschluss bildete ein gemeinsames Get-together, das Gelegenheit für persönliche Gespräche, fachlichen Austausch und neue Kooperationen bot.
„Unser Ziel ist es, die Göttinger Herzmedizin gemeinsam weiterzuentwickeln – wissenschaftlich exzellent, technologisch innovativ und immer mit dem Menschen im Mittelpunkt“, so Prof. Schmidt.